Durch den Einsatz verschiedener Verlegetechniken für die Erweiterung der Telekommunikationsinfrastrukturen werden der Ausbau des Glasfasernetzes und die Aufrüstung der Internetbandbreiten signifikant beschleunigt. Dank modernster Technik und Verfahren sind die Glasfaserkabel binnen kürzester Zeit unterirdisch verlegt oder bestehende Netze mittels Vectoring aufgerüstet.

Die drei häufigsten Verfahren auf einem Blick:

Vectoring

Das Vectoring ist als ein Daten-Turbo für das Kupferkabel zu verstehen. Im Zuge des Breitbandausbaus werden die Kupferkabel ausgetauscht, die von der Vermittlungsstelle zum Verteilerkasten laufen und durch Glasfaserkabel ersetzt. Das Glasfaserkabel wird also näher an den Hausanschluss herangeführt. Damit ist bereits die Grundlage für weitere Entwicklungsschritte gelegt. Daran schließt sich die Aufrüstung mittels Vectoring an.

Vectoring ist dabei eine Erweiterung des VDSL-Netzes und verbessert die Signalqualität der Kupferleitung auf der letzten Meile. Wenn viele Kupferleitungen in Bündeln zusammenlaufen, kommt es zu Störsignalen, die den Datenfluss behindern. Vectoring minimiert diese Störungen und sorgt dafür, dass die Übertragungsrate wieder steigt. Je nach Entfernung von der Vermittlungsstelle sind Datenraten im Download von bis zu 100 Mbit/s und im Upload von 40 Mbit/s möglich. Vorteil dieser Technologie ist, dass keine neuen Hausanschlüsse und damit keine Baumaßnahmen auf den Grundstücken der Anschlussnehmer erforderlich sind.

Offene Grabenbauweise auf Straßen und Gehwegen

Beim konventionellen oder klassischen Tiefbau werden durch Baggerarbeiten Gräben zur Verlegung der Leerrohrsysteme ausgehoben. Die Tiefe liegt üblicherweise bei mindestens 60 cm. Nachdem der Graben ausgehoben wurde, wird das Leerrohrsystem oder das erdverlegbare Kabel im Graben verlegt sowie anschließend der Bereich wieder verfüllt. Im Anschluss werden das ursprüngliche Niveau und die Grünlandflächen des Geländes wiederhergestellt. Im Vergleich zu anderen Verlegetechniken ist der räumliche und zeitliche Aufwand relativ groß.

Grabenbauweise Ullersdorf
Grabenbauweise Haselbachtal
Trenchingverfahren auf Straßen und Gehwegen (Foto: Telekom)

Trenchingverfahren auf Straßen und Gehwegen

Das Trenching-Verfahren stellt eine neue Möglichkeit für die Herstellung von Trassen im Breitbandausbau dar.

Der Begriff Trenching beschreibt eine Vielzahl im Detail unterschiedlicher Verfahren zur Verlegung von Leerrohren oder erdverlegbaren Leitungen, bei dem mittels einer Frästechnik schmale Gräben bzw. Schlitze in Böden, den Asphalt oder unter Gehwegplatten eingebracht werden. Diese Verlegemethode beansprucht nur wenig Platz und ermöglicht eine schnelle Fertigstellung von Leerohr- bzw. Kabeltrassen.

Die unterschiedlichen Trenching-Verfahren (Nano-, Micro-, Mini- und Macro-Trenching) unterscheiden sich in der Tiefe und Breite der realisierten Verlegefuge sowie in der verwendeten Schneide- bzw. Frästechnik. Neben asphaltierten Oberflächen können auch andere Böden bei einer Breite bis 60 cm und einer Tiefe bis zu 200 cm bearbeitet werden. Das gelöste Material wird seitlich neben dem Graben mittels Verteilerschnecken abgelagert und, nachdem die Leerrohre oder Kabel verlegt wurden, unmittelbar wieder mit dem gelagerten Aushub verfüllt.

Herstellung der Hausanschlüsse

An die zuvor beschriebenen Baumaßnahmen schließt sich die Herstellung des Hausanschlusses an. Standartmäßig erfolgt der Abschluss des Glasfaserkabels an der gleichen Stelle wie der Abschluss des vorhandenen Kupfer-Telefonkabels. Das Verzweigerkabel und der Gebäudestich stellen die Glasfaserverbindung zwischen dem Netzverteiler und der Innenseite des Gebäudes dar. Der Gebäudestich erfolgt entweder in einem Leerrohr oder wird, falls kein Leerrohr verfügbar ist, mittels Tiefbau realisiert. Schließlich wird am Gebäude eine Mauerdurchführung installiert. Am sogenannten Hausübergabepunkt tritt die Glasfaserleitung ins Hausinnere.

Die Tiefbau- und Verlegearbeiten werden dabei durch ein beauftragtes Bauunternehmen durchgeführt. Für die Hausanschlüsse besuchen die Baufirmen die Grundstückseigentümer. Gemeinsam werden dabei die Positionen des Hausanschlusses und des Leitungsweges besprochen und festgelegt.

Hinweis zum weiteren Verfahren: Im Hinblick auf eine weitere Abstimmung mit der Telekom bitten wir Sie Briefe des Telekommunikationsunternehmens nicht ungeöffnet zu entsorgen.